Häusliche Gewalt: LAG Jungen Männer Väter Mecklenburg-Vorpommern im TV-Profil

Wir weisen an dieser Stelle auf die am 02. 11. 2016 ausgestrahlte Sendung des Norddeutschen Rundfunks zur häuslichen Gewalt gegen Männer hin. Neben dem Bericht eines ehemals Betroffenen kommt Bernd Schröder von der Landesarbeitsgemeinschaft Jungen Männer Väter Mecklenburg-Vorpommern mit seiner Forderung nach Hilfeeinrichtungen auch für Männer sowie Ausführungen über Erfahrungswerte betroffener Männer bei Behördenmeldungen und hinsichtlich der Konflikte mit gesellschaftlichen Rollenzuweisungen zu Wort. Zum Sendemitschnitt folgen Sie bitte diesem Link.

Männer als Betroffene häuslicher Gewalt im Fokus der Medien

Im Zuge des derzeit gesteigerten Medieninteresses am Themenkomplex männlicher Betroffenheit von häuslicher Gewalt wurden in den vergangenen Tagen gleich drei Sendungen mit Mitgliedern unseres Netzwerkes ausgestrahlt. Auftakt machte unter Beteiligung des Geraer Gleichmaß e. V. am 10. 10. 2016 das Radiofeature „Zeitfragen | Du darfst kein Opfer sein – Wenn Männer unter häuslicher Gewalt leiden“ auf Deutschlandradio Kultur, am 11. 10. 2016 strahlte ARD in seiner Sendung „Brisant“ einen Erfahrungsbericht über den Vorstand Hartmut Wolters unseres Mitgliedes „Väteraufbruch für Kinder Kreisverein Köln e. V.“ aus, gestern schlussendlich bekam im Rahmen der „Landesschau Baden-Württemberg“ auf SWR unser Pfullinger Mitglied, die Psychologin (M. Sc.) Sandra Hermann Gelegenheit, über Ihre Erfahrungen aus der Arbeit mit Betroffenen zu berichten.

Rückblick 22. / 23. 09. 2016: „Netzwerktreffen Männerschutzprojekte und Männerberatung“ in Leipzig

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Am 22. und 23. 09. 2016 verantwortete die Landesfachstelle Männerarbeit Sachsen der Landesarbeitsgemeinschaft Jungen- und Männerarbeit Sachsen e. V. die erste und bislang einzige Fachtagung im deutschsprachigen Raum (zum Rückblick der Landesfachstelle bitte hier entlang), die eine Bündelung von und einen fachlichen Austausch für Gewaltschutzangebote(n) für Männer zum Inhalt hatte. Das Netzwerktreffen fand anlässlich des vor einem Jahr initiierten und formierten Männerberatungsnetzwerkes sowie der aktuellen Entwicklungen in Sachsen (Launch der Kampagne „Gib dich nicht geschlagen!“, bevorstehende Eröffnung zweier Gewaltschutzwohnungen in Dresden und Leipzig) statt.

Am Netzwerktreffen in Leipzig nahmen neben der Landesfachstelle Männerarbeit Sachsen Vertreter des / der / von Bundesforums Männer, LEmann e. V., Gleichmaß e. V., Männernetzwerkes Dresden e. V., Opferhilfe Sachsen e. V., Elure, SKM – Katholischer Verband für soziale Dienste in Deutschland – Bundesverband e. V., Zwüschehalt Schweiz, ProMann, Familieninfotreff e. V., Vaeterland eG, Mogis e. V. sowie Manndat e. V. teil.

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Fragebogen für Männer mit Erfahrungen von häuslicher Gewalt

Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit bat uns eine Studentin der Evangelischen Hochschule in Ludwigsburg um die Möglichkeit, mit der Bitte um rege Teilnahme und Weiterverbreitung auf ihren Fragebogen für Männer mit Erfahrungen von häuslicher Gewalt hinzuweisen:

„Diese Studie untersucht, wie Männer welche häusliche Gewalt erlebt haben, Unterstützung suchen. Es soll erfasst werden, welche Möglichkeiten und Schwierigkeiten bei der Suche nach Untersützung auftreten können.
Der Fragebogen richtet sich ausschließlich an Männer, welche bereits Hilfe bei einer Beratungsstelle, Initiative, Verein oder ähnlichem gefunden haben. Die sexuelle Orientierung ist für diese Forschung nicht relevant. Für die Studie sind Ihre ganz persönlichen Erfahrungen wichtig. Es gibt keine richtigen oder falschen Antworten. Alle Angaben erfolgen anonym und dienen rein wissenschaftlichen Zwecken. Das Ausfüllen des Fragbogens dauert etwa zehn Minuten.“ more „Fragebogen für Männer mit Erfahrungen von häuslicher Gewalt“

TV-Bericht des Jena TV ausgestrahlt

Wir bedanken uns herzlich beim Team des regionalen Fernsehsenders „Jena TV“ sowie den beiden zuständigen Redakteuren* Frau Dunker und Herr Dippmar für den im „OstthüringenJournal“ sowie parallel im „Deutschen Regionalfernsehen“ ausgestrahlten Bericht zur Arbeit des Männerberatungsnetzwerkes und zur Thematik häuslicher Gewalt gegen Männer. In der Mediathek ist der knapp vierminütige Sendemitschnitt bis auf Weiteres hier hinterlegt. Vielen Dank!
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*Gemeint sind immer beide Geschlechter.

Umfangreicher Bericht in Stuttgarter Nachrichten erschienen

Wir bedanken uns beim zuständigen Redakteur Norbert Wallet, der am vergangenen Samstag einen umfangreichen Artikel über die Problematik häuslicher Gewalt in den „Stuttgarter Nachrichten“ veröffentlichte. Thematisiert wurden neben dem Anriss einer Betroffenengeschichte Fallzahlen auf Bundesebene, in Baden-Württemberg sowie in Thüringen und neben der Arbeit der Sozialberatung Stuttgart die Grundsätze und eine Auswahl von Beratungsangeboten und Ansprechpartnern des Männerberatungsnetzwerkes. Der Artikel erschien darüber hinaus in der „Nürtinger Zeitung“ und wurde ferner vom „Evangelischen Männernetzwerk Baden-Württemberg“ aufgegriffen. Herzlichen Dank!
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Mut zum Reden – Blog eines Gewaltbetroffenen

Wir bedanken uns für den Anruf eines Mannes, der sein Schweigen brechen möchte und seine Erfahrungen als ehemals von häuslicher Gewalt Betroffener öffentlich machen will. Seine Intention ist es, auch anderen Betroffenen Mut zu machen und einen Austausch anzuregen. Sein Blog ist hier zu finden.

Ein Aufzug aus seiner Begründung:

„… Als ich als Resultat von Gewalthandlungen vor ca. einem Jahr in die Psychiatrie kam, habe ich viel Fachliteratur gelesen und selbst ca. 500 Seiten geschrieben. Das Schreiben hat mir viel geholfen, besser zu verstehen und aufarbeiten zu können, was mir passiert ist. Ich hatte damals bereits den Gedanken, meine Aufzeichnungen zu veröffentlichen (natürlich im Blogformat, da ich nicht wirklich an das Verlagswesen glaube). Ein Blog erschien mir als sinnvoll, weil ich anonym sein konnte. Ich sprach mit Freunden darüber die mir aufzeigten wie schwierig es ist wirklich anonym zu sein gerade wenn man über persönliche Dinge schreiben möchte.

[…]

Da ich es auch als schwierig empfand die Anonymität gut hoch zu halten zog ich in Erwägung mit meinem Klarnamen darüber zu sprechen und damit sowohl mich als auch die Täter von unserer Anonymität zu befreien, die das Internet verspricht. Mehrere Bedenken kamen hoch:

  1. Wie würde mein Umfeld, insbesondere potentielle Arbeitgeber oder Menschen mit denen ich mich weniger gut verstehe, damit umgehen?
  2. Was würden die Täter denken, wenn sie hier im Prinzip exponiert werden und mir dafür sicherlich keinen Konsens geben?
  3. Wäre das nicht auch eine Form von Gewalt?

Zu 1: Ich möchte gerne mutig sein. Daher ist mir dieser Punkt einfach egal. Meine Gewalterfahrungen polarisieren in meinem Umfeld, so dass ich bereits jetzt sowohl Unterstützer als auch „Gegner“ finde. Das wird sich durch einen Blog nicht ändern. Wenn ein Arbeitgeber mit diesen Themen nicht klar kommt, bin ich doch froh, wenn dieser Filter vorher schon geklappt hat und ich das nicht erst vor Ort heraus finde.

Zu 2: Ich konnte nur zum Gewaltopfer werden, weil ich mich letztlich verantwortlich für die negativen Emotionen meiner Täter gefühlt habe und die Gewalt somit immer wieder zugelassen habe. Diese Schuldgefühle sind eines der größten dysfunktionalen Pattern, die ich bislang aufdecken konnte und das Ablegen dieser Pattern trägt massiv zu meinem Gesundungs- und Verarbeitungsprozess bei. Vermutlich werden meine Täter nicht fröhlich sein, wenn ich hier diese Taten zur Sprache bringe. Aber damit müssen sie selbst klar kommen. Ich bin nicht für ihre Emotionen verantwortlich und vor allem muss und möchte ich sie nicht weiter schützen. Meine Täter waren und sind Erwachsen und hatten zu jedem Zeitpunkt die Chance, die Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen und sich anders zu entscheiden. Dementsprechend können die Täter mir hier zunächst ein mal egal sein.

Zu 3: Ja das ist eine Form von Gewalt und damit tue ich mich auch sehr schwer. Ich glaube nicht an „Auge und Auge“ oder „Zahn um Zahn„. Ich finde auch den Spruch: „So wie es in den Wald hinein schallt, so schallt es auch hinaus.“ schwierig. Letztlich zeigt dieses Dilemma in was für eine komplexe Situation das Opfer von Gewalt gebracht wird. Die mir einzig logisch wirkenden Methoden Gewalt zu unterbinden sind zum einen darüber zu sprechen und zum anderen sich von den Tätern abzugrenzen. Darüber sprechen scheint aber direkt eine Form von Gegengewalt zu sein, die ich eigentlich nicht ein mal ausüben möchte. Dennoch bin ich es mir wert mich und andere Opfer zu schützen. In Gewalterfahrungen fühlt man sich vermutlich immer hilflos. Genauso wie ich mich beim Nachdenken über Frage 3 fühle. Hilflos es jetzt nicht richtig machen zu können. Entsprechend habe ich mich entschieden, wenigstens auf mich selbst zu hören und das Schweigen zu brechen. …“

Wir bedanken uns für diesen mutigen Schritt und teilen seinen Wunsch an andere Betroffene, mit ihm in Austausch zu treten – gern auch anonym und per Kommentar auf seinem Blog. Herzlichen Dank!
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